Interoute und Afrika – auf dem Weg in die digitale Zukunft

Afrika – der drittgrößte Kontinent der Erde gilt als Wiege der Menschheit und ist mit der Sahara als weltweit größter Wüste und dem Nil als längstem Fluss ein Kontinent der geographischen Superlative. Über eine Milliarde Menschen leben in 54 Staaten und sprechen über 2000 verschiedene eigenständige Sprachen. Mit einer Fläche von 30,3 Millionen km² macht Afrika 22 Prozent der gesamten Landfläche der Erde aus. Durch seine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt der Kontinent die größte zusammenhängende Landmasse der Tropen.

Doch so beeindruckend die geo- und demografischen Zahlen auch sind – nahezu alle Länder Afrikas stehen vor großen Herausforderungen, was Gesundheitswesen, Wirtschaft und damit Lebensstandard angeht. Diese Herausforderungen bestehen vor allem in der notwendigen Industrialisierung und im Aufbau einer international wettbewerbsfähigen Produktion bei gleichzeitiger Ausbildung von Fachkräften.

Alle drei Herausforderungen hängen nicht unwesentlich von einem entscheidenden Faktor ab: der Internetversorgung. Um Afrika einen erheblich besseren Internetzugang zu verschaffen und damit nicht nur eine kompetentere, einfachere und bessere Ausbildung von Fachkräften zu ermöglichen, sondern auch Schulen, Unternehmen und Privatpersonen „das Fenster zur Welt“ zu öffnen sowie das Gesundheitswesen durch bessere Kommunikation und damit schnellere Serviceleistungen zu verbessern, hat SEACOM mit Unterstützung von Interoute, Besitzer und Betreiber von Europas fortschrittlichstem Next Generation Sprach- und Datennetzwerk, 2009 in einem Multimillionen-Euro-Projekt ein 17.000 Kilometer langes interkontinentales Unterseekabel in Betrieb genommen und 2011 qualitativ sogar noch weiter ausgebaut. Dieses Unterseekabel ist über den Landungspunkt in Marseille an Interoutes paneuropäisches Glasfasernetz angebunden und verbindet damit Süd- und Ostafrika mit Europa und Südasien und liefert den Entwicklungsländern leistungsstarke Netzwerkverbindungen mit hoher Kapazität. Seit der Inbetriebnahme des SEACOM-Kabels und der darauf folgenden drastischen Senkung der Kosten für den Internetzugang (in einigen Gegenden Afrikas fielen die Preise von 4.000 USD bzw. ca. 2760 Euro auf unter 500 USD bzw. 345 Euro pro Megabit) hat die Breitbandnutzung in Afrika enorm zugenommen.

Im Zuge der Bereitstellung wurden zudem neun landgestützte Internetknoten (PoP) von Interoute in Betrieb genommen, die das SEACOM-Unterseekabel mit dem Breitband-Glasfasernetz in Ost- und Südafrika verbinden. Die Internetknoten befinden sich in Frankreich (als Anschlusspunkt nach Afrika), Kenia, Mosambik, Südafrika und Tansania.  Dadurch erhielten Süd- und Ostafrika Zugang zu wichtigen Geschäftsmetropolen in Europa und dem Rest der Welt.

Die höhere Internetgeschwindigkeit hat zu einem besseren Serviceangebot in Afrika geführt, so dass zum Beispiel Gesundheitsdienste schneller an lebenswichtige Informationen gelangen und die Bildungschancen dank erheblich erleichtertem Zugang zu Informationen steigen.

Doch nicht nur Süd- und Ostafrika profitieren vom paneuropäischen Glasfasernetz von Interoute. Im Januar 2010 wurde von Tunesie Telecom die Installation des ersten Unterseekabels nach Tunesien abgeschlossen, das sich vollständig in afrikanischem Besitz befindet. Das Kabel, das Nordafrika über die Landestation in Sizilien mit dem Glasfasernetz von Interoute verbindet, ermöglicht eine größere Sicherheit und Verfügbarkeit der Internetkommunikation zwischen Tunesien und Europa. Mehr als einen Meter unter dem Meeresgrund verläuft das 170 km lange Kabel, das mit einem eigens dafür entwickelten Kabelpflug und ferngesteuerten Unterwassserfahrzeugen vergraben wurde. Dafür verbrachten 76 Crew-Mitglieder 68 Tage auf hoher See. Mit einer Gesamtleistung von 3,2 Terrabyte steigert das Kabel Tunesiens IP-Verbindungskapazität,  bietet die Gewähr für ein schnelles Wachstum des Breitbandnetzes im gesamten Land und unterstützt die Einführung von IP-basierten Services in ganz Afrika. Dabei profitieren auch die benachbarten nordafrikanischen Länder von Tunesien.

„Interoute ist stolz darauf, ein Teil dieser bemerkenswerten Entwicklungsschritte in die digitale Zukunft von Afrika zu sein. Dank des SEACOM-Unterseekabels und des Kabels zwischen Europa und Tunesien kann die afrikanische Bevölkerung das Internet wesentlich besser und einfacher für die Kommunikation, den geschäftlichen Einsatz und für die Bildung nutzen. Interoutes Ziel ist es, durch die Vernetzung Afrikas den Menschen dort die gleichen Services zur Verfügung zu stellen, wie sie in Europa genutzt werden“, sagt Jens Tamm, Country Manager von Interoute in Deutschland und Österreich.

Interoute und SEACOM haben ein Vertriebsabkommen geschlossen, in dessen Rahmen Services zwischen beiden Netzwerken ausgetauscht werden. Das bedeutet eine nahtlose Bereitstellung der Dienste zwischen Afrika und Europa.

Die Entwicklung der Internet-User in Afrika spricht für sich: so haben zum Beispiel in Tunesien im Jahr 2000 lediglich 100.000 Menschen das Internet genutzt, während es im Dezember letzten Jahres schon knapp 4 Millionen waren. Noch drastischer ist die Steigerung in Kenia: waren es nur 200.000 Internetnutzer im Jahr 2000, so sind 2011 schon 10.492.785 Menschen online gewesen. Damit leben 7,5 Prozent aller afrikanischen Internetnutzer in Kenia*.

 

*Quelle: http://www.internetworldstats.com/stats1.htm#africa

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