(N)ONLINER Atlas 2010: Über 70 Prozent der Deutschen sind online

Die Zahl der Internet-User in Deutschland ist laut des aktuellen (N)Onliner-Atlas in 2010 um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Damit wurde erstmals die 70%-Hürde bei der Internetnutzung überschritten.

Laut aktuellem (N)ONLINER Atlas der Initiative D21 ist die Internetnutzung in Deutschland im vergangenen Jahr um 2,9 Prozentpunkte auf 72 Prozent gestiegen. Binnen eines Jahres haben somit zwei Millionen Menschen die digitale Welt neu für sich entdeckt. Doch wird aus den Zahlen auch deutlich, dass man von einer digitalen Gesellschaft in Deutschland – trotz erhöhter politischer und medialer Aufmerksamkeit – noch weit entfernt ist. Noch immer sind 28 Prozent und damit knapp 19 Millionen Menschen über 14 Jahren nicht online. Und auch das aktuelle Wachstum zeigt, dass ohne gezielte Förderung in Zukunft mit geringeren Steigerungen zu rechnen ist. So fällt das diesjährige Wachstum im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte geringer aus. Auch wollen nur noch 3,8 Prozent Nutzungsplaner in den nächsten zwölf Monaten das Internet neu für sich entdecken. 2009 waren es noch 4,3 Prozent.

Das sind die zentralen Ergebnisse der Jubiläumsausgabe des (N)ONLINER Atlas, Deutschlands größter Studie zur Internetnutzung, die seit zehn Jahren von TNS Emnid / TNS Infratest im Auftrag der Initiative D21 durchgeführt wird. Dabei werden die über 30.000 Interviewten nach Kriterien wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand oder Beschäftigung befragt, woraus sich unter anderem detaillierte Rückschlüsse auf die Internetnutzung in den einzelnen Bundesländern, Regierungsbezirken und Ortsgrößenklassen ziehen lassen. Damit bietet die Studie einen ausführlichen Blick auf die momentanen Rahmenbedingungen für die digitale Gesellschaft in Deutschland. […]
Mit aktuell 80,2 Prozent Onliner-Anteil ist Bremen weiterhin einsame Spitze bei der Internetnutzung. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein erneut hoher Zuwachs von sechs Prozentpunkten. Auch die anderen Stadtstaaten (Berlin 75,2 Prozent und Hamburg 75 Prozent) sind unter den TOP 5 vertreten. Als einziges Flächenland kann sich Baden-Württemberg mit 76 Prozent dazwischen schieben und belegt den zweiten Platz bei der Internetnutzung unter den Bundesländern.
Die Wachstumsrate von Bremen wird in diesem Jahr nur noch von einem anderen Bundesland überboten: Rheinland-Pfalz weist mit 6,4 Prozent den höchsten Zuwachs aller Bundesländer auf. Lag es im letzten Jahr noch deutlich unter dem Schnitt, ist es jetzt mit 72,9 Prozentpunkten über die Durchschnittsmarke geklettert. Andere Bundesländer stagnieren dagegen weitestgehend: Nicht einmal um ein Prozentpunkt ist im Vergleich zum Vorjahr in Sachsen (0,7 Prozentpunkte) und in Mecklenburg-Vorpommern (0,8 Prozentpunkte) die Internetnutzung gestiegen. Entsprechend hat sich Sachsen im Ranking nicht verbessern können und Mecklenburg-Vorpommern ist sogar auf den letzten Platz abgerutscht. Allgemein konnte der Osten nicht aufholen. Im Gegenteil: die Schere zwischen West und Ost öffnet sich weiter. Die Kluft zwischen dem ersten und dem letzten Bundesland ist damit auf gewaltige 17,5 Prozentpunkte angewachsen. Diese Entwicklung zeichnet sich auch beim Stadt-Land-Gefälle ab: Während in Ballungsräumen inzwischen 74,8 Prozent der Einwohner online sind, sind es in Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern gerade einmal 65,8 Prozent. […]
Unverändert zum Vorjahr ist DSL  mit weitem Abstand die meist genutzte Internetzugangsart. 42,8 Prozent (Vorjahr 42,5 Prozent) der Bevölkerung gehen darüber breitbandig in die digitale Welt. Die größte Steigerung von 1,2 Prozentpunkten im Breitbandbereich kommt aber dem Kabelanschluss zugute. Aktuell finden 4,5 der Bevölkerung dadurch den Weg ins Netz. Der zweitgrößte Wachstumstreiber ist die Mobilfunknutzung von zu Hause aus: Mit 1,9 Prozent verdoppelt sich nahezu der Bevölkerungsanteil, der diesen Kanal als Hauptzugangsart für die Internetnutzung zu Hause angibt. Gerade die beliebten UMTS-Sticks haben daran einen großen Anteil.
„Echte Teilhabe am Internet setzt eine breitbandige Internetnutzung voraus. Erfreulich ist, dass die Breitbandnutzung in Deutschland besonders durch ein Wachstum beim Breitbandkabel und mobilen Internetzugang weiter zunimmt. Dennoch bleibt die Nutzung von Schmalbandnutzung recht konstant und beläuft sich seit 2008 auf 16 Prozent der Bevölkerung.“, sagt Robert A. Wieland, Mitglied des D21-Gesamtvorstandes und Geschäftsführer der TNS Infratest GmbH.*

*Quelle: http://www.initiatived21.de/presseinformationen/nonliner-atlas-2010-72-prozent-der-deutschen-sind-online


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